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Buchtipp




Buchtipp des Monats Oktober 2004

von Maria Lanznaster

Dai Sijie, Gio Waeckerlin Induni: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Piper Verlag. Juli 2003.

Zwei junge Chinesen, Luo und der Ich-Erzähler dessen Namen wir nicht erfahren, werden Anfang der 70iger Jahre im kommunistischen China Mao Zedongs in ein abgelegendes Bergdorf zur "kulturellen Umerziehung" durch revolutionäre Bauern geschickt.
Ein karges Dorfleben und harte Arbeit erwartet sie. Da ihre Eltern sich "politischer Fehlhaltungen" schuldig gemacht haben, müssen die beiden nicht nur mit den üblichen zwei Jahre rechnen, sondern - wenn nicht irgend ein Wunder passiert - mit einem Leben auf dem Berg des Phönixs.
Luo hat ein besonders Talent. Er ist ein begnadeter Erzähler und deshalb dürfen die beiden in die benachbarte Stadt, um das Kino zu besuchen. Alle Dorfbewohner warten dann begierig auf die Erzählung der Filmhandlung. Selbst der herrische Laoban, der Dorfvorsteher, lässt sich von seiner magischen Kunst erweichen.
Unsere beiden Protagonisten lernen die kleine Schneiderin kennen und beide verlieben sich in das schöne Mädchen mit dem dicken schwarzen Zopf und dem zauberhaftesten Lächeln das man sich vorstellen kann.
Von einem Leidensgenossen, der einen Koffer verbotener Weltliteratur versteckt, bekommen die beiden für einen Gefallen ein Buch von Balzac geschenkt. Damit ist ihre Liebe zur fremden Welt der westlichen Literatur geweckt und nun wollen sie unter allen Umständen in den Besitz des Koffers kommen....
Dai Sijies leicht autobiografisch angehauchtes Buch ist eine Liebeserklärung an die Literatur. Er verzaubert den Leser mit dieser, in einem schlichten, leicht ironischen Stil erzählten Geschichte. Einzig das Ende des Buches ist etwas überraschend.


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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at