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Buchtipp




Der Buchtipp im Oktober 2005:

von Maria Fellinger-Hauer

Ian McEwan: Saturday

Roman.
Diogenes Verlag, 387 Seiten

Henry Perowne, 48, ist ein zufriedener Mensch: erfolgreich als Neurochirurg, glücklich verheiratet, zwei begabte Kinder. Er lebt in der Londoner Innenstadt, ist gut situiert, höchst anerkannt, charakterfest und politisch interessiert, wie es sich für einen intelligenten Menschen gehört, aber ohne ausgeprägte Meinung zum Weltgeschehen.
Die Geschichte beginnt um vier Uhr Früh. Henry Perowne sieht zufällig ein brennendes Flugzeug am Londoner Nachthimmel vorbeifliegen. Angst kommt auf. Die Bilder des11. September 2001 sind gegenwärtig. Es Samstag der 15. Februar 2003, der Tag,an dem weltweit Hunderttausende gegen eine bevorstehenden Invasion im Irak demonstrieren. Tatsächlich ist alles halb so schlimm. Ein Unfall einer Transportmaschine, bei dem niemand zu Schaden kommt. Dennoch, der Samstag, der so beginnt, bringt in der Folge das tadellose private Leben des Helden dieses Romans ganz schön ins Wanken.
Anhand der Ereignisse dieses einen Samstags zeigt McEwan das Leben Henry Perownes und damit das moderne Leben in einer europäischen Großstadt. Hinter der perfekten Oberfläche wird die Verwundbarkeit des Menschen und der westlichen Gesellschaft ganz allgemein sichtbar. Hinter dem beneidenswert perfekten Familienleben zeigt sich die höchst widersprüchliche und bedrohliche Gegenwart - im Kleinen wie im Ganzen der Welt.
Spannend geschrieben, wissenschaftlich fundiert - Mc Ewan hat zwei Jahre bei einem Neurochirurgen hospitiert - und trotz vieler medizinischer Fachbegriffe gut lesbar.




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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at