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Buchtipp




Buchtipp

von Maria Fellinger

Margit Schreiner : Die Tiere von Paris

Schöffling Co. Verlag, Frankfurt a. M. 2011, 185 Seiten

"Wenn du den Typ erst los bist, wird alles besser, denkst du zuerst". Und das "zuerst" deutet schon darauf hin, dass es in Margit Schreiners neuem Roman wie im Sprichwort anders kommt, als die Protagonistin denkt. Der schmale Roman ist eine Art therapeutisches Selbstgespräch einer Frau über das Scheitern ihrer Ehe und darüber, dass mit der Trennung längst nicht alles vorbei ist. Die Geschichte beginnt in Paris, führt über Wien nach Italien und wieder zurück nach Wien. Zwei selbständige Menschen, wissenschaftlich arbeitende Freiberufler, heiraten und leben auf engstem Raum in materiell bescheidenen Verhältnissen. Sehr bald kommt die Idee von der Gleichberechtigung eine Schieflage, um, als ein Kind kommt, vollends zu kippen. Der Mann - die Personen in Schreiners Roman haben keine Namen - erweist sich mehr und mehr als unzuverlässiger Egomane, der die Frau mit dem Problem der Vereinbarkeit von Kind und Berufsarbeit nicht nur allein lässt, sondern ihr auch noch konstatiert, alles sei eine Frage der Flexibilität, die ihr eben fehle. Nach der Trennung - er bleibt in Italien, sie kehrt mit der Tochter nach Wien zurück - dreht sich der Kampf um das Kind. So weit die recht alltägliche Geschichte.
Zu einem berührenden Leseerlebnis wird das Buch durch Schreiners schonungslosen Blick auf die Verhältnisse und ihren lapidaren Erzählstil. Originell ist die Du-Form, in der die Erzählerin sich selbst anspricht.

 

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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at