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Buchtipp




Buchtipp des Monats Januar 2004

von Maria Fellinger-Hauer

Josef Skvorecky: Eine prima Saison

Ein Roman über die wichtigsten Dinge des Lebens

Wien - München; Franz Deutike 1997

Danny Smiricky ist sechzehn. Und folglich hinter den Mädchen her. Seine Favoritinnen wechseln. Sehr erfolgreich ist er nicht. Aber das muß anders werden, beschließt er- "eine prima Saison" eben. Mädchenmäßig jedenfalls, was ja das Wichtigste ist.
Josef Skvorecky schildert in diesem ersten Teil seiner 1975 auf tschechisch und 1997 in deutscher Übersetzung erschienen Romantrilogie das Leben in der kleinen Provinzstadt Kostelec in der Zeit der Nazi-Okkupation Böhmens. Und diese Umstände machen aus der heiteren Geschichte des jugendlichen Liebeswahns auch eine sehr ernste und bedrohliche. Die biographische Geschichte ist gleichzeitig eine historische Chronik des Landes. Sie ist traurig und komisch, ernst und heiter zugleich und von der Art, dass einem das Lachen gewöhnlich im Hals stecken bleibt.
Der Autor ist 1968 nach der sowjetischen Invasion in die CSSR nach Kanada ausgewandert, wo er heute noch lebt. Er hat dort einen Verlag gegründet, in dem alle maßgeblichen Autoren - von Milan Kundera bis Jaroslav Seifert - in Originalsprache erschienen sind und deren Bücher alle in die CSSR zurückgeschmuggelt worden sind, wo sie unter dem kommunistischen Regime verboten waren.

Bis Juli 2004 gibt es einen Schwerpunkt tschechischer Literatur in der Bibliothek.

"Die Literatur ist ein Phänomen, das die Barrieren der Zeit, der gegebenen Realität und der territorialen Grenzen problemlos überwindet. Sie vermag alte, verrostete Tabus zu brechen und Brücken zu bauen an Stellen, wo sich bislang ein Meer von Missverständnissen erstreckt",
sagt die Schriftstellerin Hanka Hosneldová.

Wir glauben das auch.
Lassen auch Sie sich davon überzeugen.

Ein zweiter Tipp:

Jiri Grusa: Gebrauchsanweisung für Tschechien

München; Piper, 1999

Der ehemalige tschechische Botschafter in Östereich, Jiri Grusa, ist ein Meister in der landesüblich hochstehenden Kunst der Ironie. In seiner "Gebrauchsanweisung für Tschechien" führt er die Leser durch Geschichten und Geschichte, klopft spielerisch Klischees und Mythen nach ihrem Wahrheitsgehalt ab und lässt keinen Zweifel daran, dass Tschechien der natürliche Mittelpunkt der Welt ist.
Wer Sinn für schwejksches Denken hat und akzeptiert, dass der kürzeste Erklärungsweg notwendigerweise über Abschweifungen führt, für den sind die "Gebrauchsanweisungen" das Richtige, um die tschechische Mentalität verstehen zu lernen.




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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at