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Buchtipp




Der Buchtipp im Januar 2005:

von Maria Fellinger-Hauer

Sandor Marai: Die Glut

Roman

Die Geschichte spielt im Sommer des Jahres 1940 in einem einsam gelegenen Jagdschloss am Fuße der Karpaten. Henrik, der Hausherr, erhält einen Brief seines Jugendfreundes Konrád, in dem dieser seinen Besuch ankündigt. Beide waren von Kindertagen an unzertrennliche Freunde und lebten lange Jahre wie Brüder zusammen. Die Freundschaft endete abrupt, als Konrád am Abend nach einer Jagd spurlos verschwand. Das ist 41 Jahre her.
In der vor ihnen liegenden Nacht soll geklärt werden, warum die Freundschaft zerbrach, die für ein ganzes Leben hätte halten können. Untreue, Verrat, Mordabsicht sind die Themen, um die Henriks Gedanken kreisen. Henrik hält einen Monolog, in dem sich Rachegelüste, Enttäuschung und ein inniger Glaube an die Macht der Gefühle vermengen. Konrád hat dem nicht viel entgegenzubringen. Doch am Ende steht die Erkenntnis, dass dieses Ringen sinnlos ist.
Der Text ist von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich spannnend. Die Neugier auf den Fortgang bzw. die Auflösung der Geschichte, zieht den Leser in ihren Bann. Doch es ist nicht die Spannung allein, die das Buch lesenswert macht. Die Stärke des Buches ist, dass es eine Auseinandersetzung mit den existentiellen Fragen des Lebens ist. Heute wie vor 60 Jahren.
Sándor Márais (1900 - 1989) Roman "Die Glut" ist 50 Jahre nach Erscheinen der Originalausgabe eine der großen literarischen Wiederentdeckungen des 20. Jahrhunderts.
Das Buch ist als Printausgabe und als Hörbuch in der Bibliothek erhältlich.



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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at