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Buchtipps




Buchtipp des Monats Mai 2019

ausgewählt von Maria Fellinger

Buchtipp

Himmlisch frei. Warum wir wieder mehr Transzendenz brauchen

von Renata Schmidkunz
Verlag edition A; 2018; 192 Seiten;
ISBN: 9783990012697
  Buchtipp

Ziegelbrennen

von Christian Lorenz Müller
Verlag Otto Müller; 2018; 502 Seiten;
ISBN: 9783701312627
  Buchtipp

Daniela Krien

von Die Liebe im Ernstfall
Diogenes Verlag; 2019; 287 Seiten;
ISBN: 9783257070538

Cover © Cover edition a

       
Wir leben in einer Welt, die vom Diktat wirtschaftliches Denken dominiert ist.
Ethische Werte wie Solidarität und Verantwortung zählen wenig. Attacken auf öffentlich-solidarische Institutionen, auf Kunst, Kultur und Religionen sind gesellschaftsfähig geworden.
Nicht, was dem politisch entgegen zu stellen sei, fragt die bekannte Radiojournalistin Renata Schmidkunz in diesem Buch. Sie fragt danach, "was uns seelisch bestärken kann, was wir in dieser Zeit der absichtsvollen Vernebelung und Infragestellung aller bisher gültigen humanen Werte halten können und sollen".
Sie plädiert für eine Wiederentdeckung der Transzendenz in einer zeitgemäßen Form, denn im Denken über das Irdische hinaus liegt ihrer Ansicht nach die Kraft zur Selbstbestimmung.
  In Sveti Ivan, einem Bauerndorf in Slawonien, im Nordosten Kroatiens nimmt der Roman 1944 seinen Anfang und endet gute 70 Jahre später an eben dieser Stelle. Auf dem Hof leben drei Generationen der Familie Quendler. Raimund, der junge Bauer, Nachkomme von Donauschwaben ist mit der Kroatin Rosmarinka verheiratet. Raimunds Brüder sind im Krieg. In Kroatien herrscht die Diktatur der Ustascha. Als Partisanen der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee auch den Hof bedrängen und das Leben immer gefährliche wird, entschließt sich die Familie zur Flucht und landet schließlich in Linz. Vorerst in einem Flüchtlingslager.
Unter großen Anstrengungen - u. a. durch Arbeit in einem Ziegelwerk - gelingt es ihnen ein neues Leben aufzubauen.
Der aus dem bayrischen Rosenheim stammende und in Salzburg lebende Autor erzählt die Familiengeschichte in verschiedenen Erzählsträngen und Zeitebenen, die häufig wechseln und sich zunehmend miteinander verflechten. Der Roman ist eine spannende Familiengeschichte und viel mehr als das. Er beschreibt ein Stück europäischer Geschichte, an dem deutlich wird, wie die faschistische Diktatur der 40-er Jahre, die Kriege der 90-er und die Flüchtlingsströme von 2015 zusammenhängen.
Und er zeigt eindrucksvoll wie politische Verhältnisse in die privatesten Angelegenheiten einwirken und und über Generationen nachwirken.
Ein herausragendes Buch.
  Es geht um fünf Frauen mittleren Alters, die alle in Leipzig zuhause sind, die die DDR noch erlebt haben, die selbstbewußt und eigenwillig sind, interessante Berufe ausüben und ihren je eigenen Zugang zu den wichtigen Lebensfragen von Liebe, Familienleben und Eigenständigkeit haben. Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde.
Die fünf Kapitel des Romans sind jeweils mit dem Namen der Frau überschrieben, von der das Kapitel handelt. Wie nebenbei kommt jeweils die Person kurz ins Spiel, um die es im nächsten Kapitel geht.
Schicksalhaft sind die fünf miteinander verbunden. Man denkt ein bißchen an Schnitzlers Reigen.
In klarer einfacher Sprache, einer ungekünstelten Erzählweise und psychologisch sicher zeichnet die Autorin ein Gesellschaftsporträt heutiger Frauen, für die es mehr Möglichkeiten gibt als je zuvor, ihr Leben selbst zu gestalten und die dennoch um ihr Lebensglück kämpfen.

 

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zuletzt aktualisiert: 4.6.2018  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at