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Buchtipp




Der Buchtipp im April 2008

von Maria Fellinger-Hauer

Monika Maron : Ach Glück

Fischer Verlag, Frankfurt 2007. 217 Seiten

Auf dem Flug von Berlin nach Mexiko reflektiert Johanna, eine gut situierte, beruflich erfolgreiche, aber trotzdem unzufriedene Mittfünfzigerin ihr Leben mit ihrem Ehemann Achim, einem Wissenschafter, der der Welt und damit auch ihr den Rücken zugewandt hat. Die Ehe besteht seit dreißig Jahren. Die Verhältnisse haben sich eingespielt. Der Alltag hat nichts mehr zu bieten.
Johanna ist unterwegs zu einer alten russischen Aristokratin, die sie nur aus Briefen kennt und mit der gemeinsam sie sich auf die Suche nach einer verrückten surrealistischen Künstlerin machen will. Während Johanna scheinbar einen Neubeginn ins Ungewisse wagt, irrt Achim ziellos zwischen den gewohnten Plätzen des gemeinsamen Lebens in Berlin umher. Er, der ihre Anwesenheit kaum mehr registriert hat, kann nicht verstehen, was Johannas Flucht bedeuten soll.
Das ist die ganze Handlung des Romans, in dem auch noch ein zotteliger Hund, den Johanna an einer Autobahnraststätte gefunden hat, eine gewisse Rolle spielt. Das Buch endet mit der Landung in Mexiko - ob Johanna findet, was sie sucht, bleibt offen, ist Stoff für die Phantasie der Leser oder für ein nächstes Buch.

"Ach Glück" ist ein Stoßseufzer aus einem sehr typischen Lebensgefühl heraus. Dem Gefühl von heute etwa fünfzigjähriger Frauen, die materiell viel erreicht haben, das Wichtigste aber vermissen, weil sie vielleicht gar nicht wissen, was das sein könnte.
Monika Maron findet die richtige Sprache dafür. Ein lesenswertes Buch für alle, die ob der zeitweiligen Banalität des Alltags gerade nicht resignieren wollen.

 

 


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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at