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Buchtipp




Buchtipp im Juli 2003

von Maria Fellinger-Hauer

Arm und reich : die Schicksale menschlicher Gesellschaften von Jared Diamond

Fischer Taschenbuch Verl., 1999. - 550 S. : Ill., Aus dem Engl. übers.

"In seinem bahnbrechenden Buch weist der amerikanische Biologe Jared Diamond nach, dass nicht konstitutionelle Unterschiede der Menschen, sondern die klimatischen und geographischen Besonderheiten der verschiedenen Erdteile die Ursache für die Verteilung von Armut und Reichtum sind. Er widerlegt damit stichhaltig alle Theorien, denen die Frage nach der Rasse zugrunde liegt." Soviel verrät der Klappentext von "Arm und reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften", für das der Evolutionsbiologe Jared Diamond, Professor für Physiologie an der Universität von Kalifornien 1998 den Pulitzer Preis erhielt.

Diamond geht in die Geschichte zurück - bis zur letzten Eiszeit vor 13 000 Jahren. Er fragt, warum die Entwicklung in verschiedenen Teilen der Welt so unterschiedlich schnell verlief und warum in manchen Gebieten Industriegesellschaften entstanden, die sich in der Folge zu reichen Gesellschaften entwickelten, während in anderen Gegenden schriftlose bäuerliche Gesellschaften fortbestanden.

Er vergleicht zu diesem Zweck die eurasischen Kulturen mit afrikanischen und ostasiatischen - und zwar mit Mitteln und Methoden aller Wissenschaften, von der Geographie bis zur Psychologie und Anthropologie.
Als entscheidend für die Entwicklung technisch fortgeschrittener und damit reicher Gesellschaften führt er mehrere Gründe an: einerseits den Zeitpunkt der Entwicklung der Agrarkultur, das Bestehen von Konkurrenz nebeneinander bestehender Gesellschaften und ihre Vielfalt und die Durchläßigkeit der einzelnen Gesellschaften, wobei geographische Hindernisse eine bedeutende Rolle spielen.
Diamond kommt zu dem Schluß, dass die Wurzeln des technischen Fortschritts im westlichen Eurasien liegen. Und dass die Gründe dafür vorwiegend geographisch und klimatisch sind.

"Arm und reich" ist ein relativ gut lesbares Sachbuch, das eine Fülle von Informationen mit Neuigkeitswert bietet. In vielen Bereichen geht der Autor allerdings sehr ins Detail und vermittelt den Eindruck, ein Universalgelehrter zu sein, was ihm heute so leicht niemand mehr abnehmen kann. Seine Thesen klingen plausibel, sind interessant und sorgen für Diskussionsstoff.

Ein spannendes Buch.


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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at