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Buchtipp




Buchtipp im Juli 2004

von Maria Fellinger-Hauer

Anna Wahlgren: Das KinderBuch. Wie kleine Menschen groß werden.

Weinheim und Basel: Beltz Verlag 2004. 832 S.

Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Wer mehrere Kinder erzogen und einige gelesen hat, weiß, dass in der Erziehung die Moden auch so schnell wechseln wie bei der Kleidung und die Erfahrung gelehrt hat, Ratgebern zu mißtrauen, sie zumindest kritisch zu betrachten.
Warum sollte man also noch einen 800 Seiten dicken Ratgeber lesen, noch dazu einen, der schon vor 20 Jahren geschrieben, aber erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde?
Dieses Buch von Anna Wahlgren sollte man lesen, weil es erfrischend anders ist. Es gibt keine Ratschläge aus Besserwissersicht. Keine Lehrsätze, die von - meist männlichen - Experten am grünen Tisch ausgearbeitet wurden. Anna Wahlgren erzählt aus ihrer Erfahrung als achtfache Mutter. Sie weiß sehr viel über die kindliche Entwicklung. Und sie hat sich als Mutter genug Selbstvertrauen erhalten, sich auf ihre innere Stimme und ihre Vernunft zu verlassen. Sie plädiert für Regeln und Routine im Alltag. Sie hält Vertrauen in das Kind für etwas ganz Entscheidendes. Sie schreibt nicht nur über das Kleinkindalter, sie begleitet die Kinder bis zum Erwachsenwerden.
Es sind ein paar Grundsätze, die das Buch lesenswert machen und über die es sich lohnt, wieder neu nachzudenken: Z. B.: "Das Kind sollte nicht selbst das Zentrum des Geschehens sein." Oder: "Ändere die Umstände, nicht das Kind". Oder: "Kleine Kinder, denen du mit Vertrauen und Respekt begegnest, werden beides weitergeben".
Ein wichtiges, ein erfrischendes Buch zu einem elementaren Thema. Ein ausführliches Register macht es zudem zu einem Nachschlagewerk.


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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at