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Buchtipp




Der Buchtipp im Juni/Juli 2006:

von Maria Fellinger-Hauer

Thomas Sautner: Fuchserde. Roman.

Picus Verlag

Ein unbekannter Autor nimmt sich in seinem ersten Roman eines Themas an, von dem die Mehrheit seiner möglichen Leser wahrscheinlich noch nie gehört hat. Sein Gegenstand ist die Volksgruppe der Jenischen, ein fahrendes Volk, das in manchen Gegenden Österreichs unter verschiedenen Namen bekannt ist, aber heute kaum mehr als eigene Volksgruppe wahrgenommen wird.
Anhand der Geschichte zweier Familien, deren Schicksale durch die Liebe ihrer Kinder miteinander verknüpft sind, erzählt Thomas Sautner von den Jenischen im Waldviertel. Ihren Lebensunterhalt verdienen sich die Fahrenden noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Scherenschleifer, Besenbinder, Pfannenflicker, als Wahrsagerinnen oder als Kräuterfrauen. Sie fühlen sich frei und leben danach, auch wenn sie dadurch Anfeindungen ausgesetzt sind.
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten setzt eine dramatische Zäsur im Leben der Jenischender allgemein und der Familie in Sautners Buch im Besonderen. Sie versucht, der Vernichtung zu entrinnen: mit Hilfe uralten Wissens, schier waghalsigem Humor und unbändiger Kraft.
Dem Autor, der selbst aus dem Waldviertel stammt und dort lebt, ist ein außergewöhnlicher Debütroman gelungen. Er schreibt nicht nur unglaublich spannend, es gelingt ihm, die Kultur der Jenischen, ihr intensives Leben mit der Natur, ihre Lebensweisheit, ihren Humor und ihren starken Glauben höchst einfühlsam und unpathetisch zu vermitteln.





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zuletzt aktualisiert: 30.12.2011  |  URL dieser Frameseite: http://www.goldwoerth.bvoe.at